17.03.2016 – KIZ – SwissLife Hall Hannover

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November 2015, Capitol: Ausverkauft! Zusatzshow März 2016, Capitol: Ausverkauft. Hochverlegt in die Swiss Life Hall: wieder ausverkauft. Die Berliner Rap-Combo von K.I.Z. wird zurzeit auf einer Erfolgswelle durch die Republik getragen. Nach einem vollgepackten und erfolgreichen Festival-Sommer, sollte es Ende 2015 auf Clubtour gehen. Innerhalb kürzester Zeit wurden so viele Tickets verkauft, dass Konzerte in größere Hallen verlegt bzw. die Tour im Frühjahr 2016 weitergehen sollte. Aber auch hier ergab sich ein ähnliches Bild und so wurden auch hier wurden schon ganze Hallen gefüllt.

Am vergangenen Donnerstag waren K.I.Z. also wieder in Hannover in der alten Stadionsporthalle, heute die Swiss Life Hall, zu Gast. Mit dem im Juli 2015 veröffentlichten Album „Hurra, die Welt geht unter“ im Gepäck, welches aus gleichzeitig Namensgeber der Tour ist, war eine sehr spezielle Hip-Hop-Show vorprogrammiert. Beim Betreten der Halle wurde den rund 5.200 Fans einen Blick auf einen großen, weißen Vorhang geboten. Nur ein einfaches DJ-Pult ließ auf den Supportact des Abends „Flexis“ schließen. Pünktlich um 20:00 Uhr ging es auch schon los und der Berliner Rapper bzw. sein DJ ließen die ersten Beats durch die Halle schallen. Eine gute halbe Stunde hatte er Zeit, das Publikum auf die Touren zu bringen, was ihm teilweise recht gut gelang.

Um 21:00 Uhr war es dann Zeit für den Haupact des Abends. Auf dem weißen Vorhang war ein kurzer Film zu sehen, in dem man die Band in einem dunklen Backstageraum mit einer menge weißem Pulver auf dem Tisch und einigen leicht bekleideten Damen direkt vor einem Auftritt erkennen konnte. Allein da konnte man schon sehen, was einen erwarten würde.

Der Vorhang fiel und schon mit den ersten Beats explodierte die Stimmung in der Halle. Mit „Duhastaufdeinenkokaturndeinegeistigbehinderteschwestergeficktmucke“, dem wahrscheinlich längsten Songtitel der Welt, wurde das Konzert eröffnet. Schon beim ersten Song war einem bewusst, welches Spiel mit dem Feuer die Berliner Rapper mit dem Publikum treiben. Texte zwischen Sexismus, gesellschaftlichen und politischen Tabus und einer Menge Ironie und Sarkasmus mit denen man nicht nur seine eigenen Fans provozieren möchte, sondern auch Politik, Feinde und Kritiker. Auch das Bühnenbild trug seinen Teil dazu bei. Vier riesige Statuen und zwei Panzer, die an eine Militärparade in Nordkorea erinnerten und auch die Bühnenoutfits im Military-Look mit Barett und Springerstiefeln spiegelten schon das besagte Spiel mit dem Feuer, im wahrsten Sinne des Wortes, wieder. Genau das ist es, was diese Combo so besonders macht. Und der Erfolg der letzten Jahre kommt nicht von ungefähr. Mit Songs wie „Ich bin Adolf Hitler“ fragt man sich schon, dürfen die sowas machen – natürlich, wer sonst, wenn nicht K.I.Z.?

Die größtenteils sehr jungen Fans bekamen einen bunten Mix an Songs von Tarek, Maxim, Nico und DJ Craft präsentiert. Neben fast dem gesamten neuen Album, wurden natürlich auch noch viele Klassiker, der vergangenen Jahre zum Besten gegeben. Natürlich durften Songs wie dem besagten „Ich bin Adolf Hitler“ und „Ein Affe und ein Pferd“ nicht fehlen. Es wurde das gesamte Konzerte über getanzt, gepogt und gefeiert – auf und vor der Bühne. Nach etwas mehr als zwei Stundenging das Konzert mit „Hurensohn“, einer etwas anderen Form von „We are the world“ zu Ende. Die Fans liegen sich schunkelnd in den Armen und sangen alle gemeinsam „Du Hurensohn, Ihr Hurensöhne…“, was auch noch lange nach dem Konzert in und vor der Halle weitergesungen wurde.

Da die Berliner nicht vergessen haben, wo sie herkommen und vor allem, wem Sie ihren aktuellen Erfolg zu verdanken haben, mischten Sie sich nach Konzertende im Foyer noch einmal unter die Fans, standen für kurze Gespräche, Autogramme und Fotos für ihre Fans zur Verfügung und ließen den Konzertabend langsam ausklingen.

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